Aerial View (Limited Edition, CD + DVD) [DOPPEL-CD] Blackmail Erscheinungsdatum: 13. Januar 2006 Label: City Slang (rough trade) EAN-Code: 5033197376325 Trackliste: 01. Electricido 02. Moonpigs 03. Today 04. Couldn't Care Less 05. Meddlesome 06. Away With The Fairies 07. Everyone Safe 08. Me & My Shadow 09. Never Forever 10. Splinter 11. Armory 12. Soulblind
Doch wer hätte nach dem letzten brillanten Album "Friend Or Foe?" noch an eine Steigerung geglaubt? Sänger Aydo Abay, Gitarrist Kurt Ebelhäuser, Bassist Carlos Ebelhäuser und Drummer Mario Matthias wussten, dass etwas passieren musste, damit Blackmail interessant bleiben würden. Sie reisten für ihre nun erscheinende fünfte Platte "Aerial View" nach Galizien, um sich in einem mystischen Fischerdorf auf sich selbst zu konzentrieren. Ein Unternehmen, das sich gelohnt hat.
"Aerial View" wartet mit mehr als dem unverkennbaren Blackmail-Sound auf. Es bietet Musik in der Musik. Durch die Darbietung neuer Klänge gelingt es den vier Herren, die eigenen Werte und Grenzen zu übertreffen. So entstanden in Galizien, Koblenz und Berlin elf hymnenartige Songs auf hohem Niveau. Die Platte präsentiert sich mit gewohnter Wucht - intensiv, eingängig und kompromisslos. Diesmal mit opulenten, nicht in Schüchternheit schwelgenden Akkorden, die dem Hörer einen eindeutig rockigen Weg weisen. Herrliche Momente, unerwartete Männerchöre ("Moonpigs"), klingende Bläser ("Couldn't Care Less"), dramatische Synthie-Streicher ("Soulblind"), ungewöhnlich emotionale Vocals und klassische Pianoarrangements komplettieren die Schatzkiste, ohne die Experimentierfreude mit Gesangseffekten und knarrenden Gitarren aus den Augen zu verlieren.
Blackmail wechselten das Label, von Warner ging man zum Berliner Indie City Slang (Broken Social Scene, Nada Surf), und holte sich zum ersten Mal einen außenstehenden Produzenten ins Haus. Kurt Ebelhäuser, der in der Vergangenheit allein diese Arbeit erledigte, mittlerweile jedoch zu einem der gefragtesten deutschen Produzenten für Gitarrenmusik avancierte, sollte entlastet werden. Mit dem Berliner Andi Jung fanden die Koblenzer ein "neues Bandmitglied", dem es gelang einen anderen Blick und ein anderes Ohr auf die Songs zu werfen.
"Aerial View" ist unmittelbar zugänglich, bewahrt sich jedoch durch seine zahlreichen Facetten und Raffinessen eine lange Haltbarkeit. Die einzelnen Tracks fordern vom Hörer ein gutes Ohr, sollen sie bis ins kleinste Detail verstanden werden. Das klingt nach harter Arbeit, bedeutet jedoch Höchstgenuss. Obwohl sich das Album nur schlecht mit seinen Vorgängern wie dem schroffen "Friend Or Foe?" und dem fast poppigen "Bliss, Please" vergleichen lässt, ist es vom ersten bis zum letzten einnehmenden Takt durchdacht. Perfekt, um die bestehende Anhängerschaft zu begeistern und um neue Freunde hinzuzugewinnen.